Kolumne: Wohin des Weges?

geschrieben am 08.03.2010 um 20:53 Uhr

Keine Chance, die 10Euro mehr für den Club gibt sie dir nicht, deine Mutter lässt nicht mit sich reden. Also greifst du zur Sprühsahne, drückst auf den Abzug und zielst in ihre neue Handtasche, die sie gerade erst ausgepackt hat. "10 Euro oder das Wildleder ist hinüber, hörst Du? Und zwar zack-zack, sonst ist gleich dein Kleiderschrank dran!" Deine Mutter wirft sich auf den Boden, gibt dir alles was sie hat und du kannst fünf Tage durchfeiern. So einfach ist das.

Ist es nicht? Komisch. Na dann gehörst du eben zu den Leuten, die das mit dem Geld doch ein bisschen besser mitbekommen haben. Sagen wir es gibt zwei Wege, an Geld zu kommen: Den fairen, und den unfairen. Diese Wege sind so dicht nebeneinander, dass man eigentlich auch mal rüberspringen könnte - das sind die Momente, in denen man zum Beispiel die Möglichkeit hat, der Kassiererin zu sagen, dass sie zuviel berechnet hat. Du sagst nichts? Dann bist du für die paar Meter schonmal auf dem anderen Weg. Das entscheidest du. Die berüchtigte schiefe Bahn!   

Je öfter du "rüberspringst", umso mehr wird dein Bild von Geld auch irgendwie schief. Das kann man sich vielleicht so vorstellen: Deine Vorstellungen von allem in der Welt sind in dir gespeichert. Und danach handelst du. Wenn deine Vorstellung von "Mutter" einem geizigen schimpfenden Spaßverderber ähnelt, wird dir deine Mutter auch meistens so vorkommen, da kann sie machen was sie will, und wenn du deine Vorstellung nicht änderst, kriegst du Schwierigkeiten mit dir selber, wenn du mal Mutter wirst. Wenn deine Vorstellung von "Geld" etwas mit Gier und Ausbeutung zu tun hat, dann kann es sein, dass du Geld ablehnst, wie auch die Menschen, die mehr Geld haben, oder scheinbar die Macht haben, Geld zu verteilen. Diese Haltung wird dir zwar sicher von ein paar Menschen in deiner Umgebung bestätigt werden, aber sie hilft dir nicht, unterstützt dich nicht und davon kannst du zum Beispiel eben nicht in den Club gehen und dann Döner essen. Und schon gar nicht ein bisschen die Welt retten. 

Deine Haltung zu Geld entscheidet, auf welchem Weg du gehst, und du kannst dir einmal Zeit nehmen zu schauen, was du über Geld alles gelernt hast, welche Sätze du über Geld gehört hast, wie du mit Geld umgehst. Auch hier gibt es kein "gut" oder "schlecht", denn Verurteilen bringt nur irgendwelche Gefühle, und die haben die meisten von uns eh schon beim Blick aufs Konto - und wie war das noch mal mit "Du sollst nicht richten"? Es gibt nur: So ist es jetzt, und das kann ich ändern. Der andere Weg, an dem man nach einer Weile schiefen Marsches mit einer Machete ein Pokerturnier stürmt und sich das Geld einfach holt, aus welchen Gründen auch immer, der funktioniert auch, leider, genauso wie man Geld auch erpressen und mit Gewalt holen kann. Arbeiten, sich weiterbilden, handeln, mitmachen, investieren kann also das große Geld bringen, und Steuern hinterziehen, Händler prellen und Kriege anzetteln auch. Auf welche Seite willst du? Übrigens ist da noch etwas Bemerkenswertes bei diesen Wegen: Auf den "Schiefen" kommt man ganz leicht, ein bisschen wie ein Spaziergang, und man ist sicher nicht allein. Nur zurück kann es manchmal sehr schwer werden, ein bisschen wie über... na sagen wir mal Gefängnismauern... besonders wenn man dich auf der anderen Seite einfach fotografieren konnte ;)

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Es ist einfach alles zuviel. Das Schlüsselsuchen hat ewig gedauert,deine Schrippe landet statt in deinem Mund auf der Straße... mehr auf sam

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